IMODA24 GmbH - Immobilien-Datenservice
Name
 
Passwort
 
 
Noch kein Kunde / Gast
der "Bildergalerie mit
Kommentaren"?  
>> Jetzt registrieren! <<

Vermieter-Info

Schriftgröße:

    a a a 

13.11.2002

Der gläserne Mieter
 
Als Vermieter wünscht man sich manchmal, vor dem Schaden klug zu sein. Wie in diesem Fall: In nur sieben Wochen entpuppte sich ein neuer Mieter als psychisch gestörter Sammler, ruinierte die Wohnung und richtete 35 000 Euro Schaden an. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass er schon mehrere Vermieter geschädigt hatte. Es gab sogar eine gerichtliche Verurteilung, sagte Vermieterin Maria Erdell.

Das späte Wissen nutzte der Kauffrau nichts, ließ aber einen Plan reifen. Dieser hat sich inzwischen als lohnende Geschäftsidee herausgestellt, wird aber von Verbänden und Datenschützern in Frage gestellt. Wir haben eine Internet-Datenbank geschaffen, in der sich Vermieter über schwarze Schafe unter Mietinteressenten informieren können, erläutert Vpaz -Mitarbeiter G. Ribbeck. Das Unternehmen nennt sich Vpaz (Vermieter und Partner arbeiten zusammen) und zählt unter www.vpaz-international.info nach eigenen Angaben 80 000 Nutzer.

Ein solcher Service, glaubt Ribbeck, sei notwendig, schließlich addiere sich der Schaden durch miese Mieter auf fünf Milliarden Euro pro Jahr. An seine Informationen kommt der Warndienst durch erboste Vermieter: Geschädigte Vermieter können uns ohne weitere Verpflichtung ein rechtskräftiges Urteil oder den Vollstreckungsbescheid wegen Mietschulden, Bescheinigung des Gerichtsvollziehers über fruchtlose Pfändung, erwirkte eidesstattliche Versicherungen, Versäumnisurteile oder Haftbefehle des Mieters zusenden. Ribbeck: Dabei ist die Datensicherheit strikt gewahrt.

Die Datenbank verweist darauf, dass sie und ihre Vertragspartner bei Übermittlung und Speicherung personenbezogener Daten dem Bundesdatenschutzgesetz unterliegen. Die GmbH sei von Datenschutz-Aufsichtsbehörden geprüft und für tauglich befunden worden.

Horst Dressler, Leiter des Referats Wohnungsangelegenheiten beim Landesdatenschutzbeauftragten in Düsseldorf, räumt jeden Zweifel aus: Aber wir haben alles datenschutzrechtlich geprüft und festgestellt, dass die Voraussetzungen für eine Zulassung gegeben sind.

Aber einige Korrekturen drückte Dressler durch: So muss nach drei Jahren ein Eintrag gelöscht werden, wenn keine neuen Negativdaten vorliegen. Weiter müsse ein Urteil stets unter Angabe von Aktenzeichen und Gericht angeführt werden. Die betroffenen Mieter sind zudem über personenbezogene Daten zu unterrichten, und sie haben ein Widerspruchsrecht. Zudem verspricht der Datenschützer, alle Vpaz-Aktivitäten zu kontrollieren und den Datenschutzzügel straff zu halten.

Auch der Deutsche Mieterbund hat ein Auge auf die Nachrichten aus der Kölner Bucht. Direktor Franz-Georg Rips: Es darf künftig keine gläsernen Mieter geben. Es kann nicht sein, dass ungefiltert und unkontrolliert Meinungen, Rechtsauffassungen oder Behauptungen über Mieter gesammelt und an Dritte weitergegeben werden.

Zweifel an der Notwendigkeit der Datensammlung hegt auch Rüdiger Dorn vom Zentralverband Haus und Grund. Gerade im privaten Mietbereich würden sich die Vermieter lieber selbst ein Bild vom neuen Mieter machen. Da sei es vielfach wichtiger, dass er zur Mietergemeinschaft passe, als die Frage, ob er seine Miete mal verspätet überwiesen hat. ddp

Quelle: Berliner Morgenpost - Der gläserne Mieter

zurück

 


Vermieter-Info - IMODA24 GmbH vormals Vpaz GmbH - Der Vermieterschutz