IMODA24 GmbH - Immobilien-Datenservice
Name
 
Passwort
 
 
Noch kein Kunde / Gast
der "Bildergalerie mit
Kommentaren"?  
>> Jetzt registrieren! <<

Vermieter-Info

Schriftgröße:

    a a a 

20.10.2003

Mietnomaden bescheren Hauseigentümern hohe Verluste
 
Haus & Grund beklagt sinkende Zahlungsmoral - Experten raten, auf Mietkaution nicht zu verzichten
Berlin - Insolvente und zahlungsunwillige Mieter bescheren Hauseigentümern immer häufiger hohe Verluste. Nach Informationen des Immobilieneigentümerverbandes Haus & Grund laufen pro Jahr in Deutschland offene Mietforderungen von rund zwei Mrd. Euro auf.

Nicht nur die schwierige Konjunkturlage bringt Mieter in Zahlungsprobleme, weiß Verbandssprecher Ludger Baumeister: "Immer häufiger ziehen Leute mit der betrügerischen Absicht in eine Wohnung ein, nie Miete zahlen zu wollen." Sie würden bewusst eine Räumungsklage provozieren, um dann mit einem neuen Vermieter das Spiel zu wiederholen. Baumeister: "Diese Menschen sind richtige Mietnomaden, die einfach weiter ziehen, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern."

In der Datenbank der vor zwei Jahren gegründeten Dienstleistungsgesellschaft "Vermieter und Partner arbeiten zusammen" (Vpaz) in Bergisch-Gladbach sind derzeit mehr als 500 000 Mieter gelistet, gegen die rechtskräftige Räumungs- oder Vollstreckungsurteile wegen Mietschulden ergangen sind. Die Immobilienbesitzerin Marie-Luise Erdell hat das Unternehmen gegründet, nach dem sie wiederholt Opfer von Mietnomaden geworden war. In einem Fall war die Wohnung vor der Zwangsräumung durch Vandalismus so beschädigt worden, dass sie allein für die Renovierung mehr als 20 000 Euro zahlen musste.

Für einige private Vermieter sei die Situation so dramatisch geworden, dass sie ihre Immobilie in einem Notverkauf weit unter dem Einstandspreis veräußert hätten. Keineswegs bleiben nur Angehörige der unteren sozialen Schichten Mieten schuldig, sagt die Unternehmerin. "In unserer Datenbank sind auch Ingenieure, Ärzte, Rechtsanwälte und sogar ein Richter gelistet."

Gemeldet werden die schwarzen Schafe unter den Mietern von geschädigten Immobilienbesitzern. Neben privaten Vermietern sind unter den 103 000 Mitgliedern der Vpaz auch Wohnungsgesellschaften und mehrere Kirchenverbände, sagt Marie-Luise Erdell. Der Datenschutzbeauftragte Nordrhein-Westfalens überprüfe regelmäßig, dass nur die Namen solcher Mieter in die Datenbank aufgenommen werden, gegen die tatsächlich rechtskräftige Urteile ergangen sind. Gegen eine Gebühr von 29 Euro pro Jahr können private Vermieter der Vpaz beitreten und die Datenbank nutzen, um festzustellen, ob potenzielle Mieter in der Vergangenheit Mietzahlungen schuldig geblieben sind.

Immobilieneigentümer, die Opfer von Mietnomaden werden, müssen nicht nur den Mietausfall hinnehmen. "Sie haben auch die Kosten für die Gerichtsverhandlung, den Gerichtsvollzieher und den Möbelspediteur zu tragen", erläutert Jürgen Lindner, Verbandsjustiziar von Haus & Grund Niedersachsen. Nach derzeitiger Rechtssprechung sei der säumige Mieter nicht verpflichtet, den Umzug nach einem Räumungsurteil selbst vorzunehmen. Lindner: "Vom Gerichtsvollzieher wird eine Spedition mit dem Umzug beauftragt." Die Kosten müsse der Vermieter vorstrecken. Die Chance, das Geld irgendwann vom Mieter zurück zu erhalten, sei äußerst gering. "Diese Leute haben in der Regel kein pfändbares Einkommen", weiß der Jurist.

Eine Räumung kann erst beantragt werden, wenn zwei Monatsmieten nicht gezahlt sind. Bis zum Prozess vergehen nach Lindners Erfahrung wenigstens drei Monate. Der Gesamtschaden betrage häufig bis zu 10 000 Euro. Besonders problematisch sei die Situation, wenn Singles oder unverheiratete Paare die Miete nicht zahlen. "Gerät eine Familie in finanzielle Schieflage, springt das Sozialamt ein, damit die Kinder versorgt sind", sagt Lindner. Singles und unverheiratete Paare, die als Mietnomaden agieren, hätten entweder keinen Anspruch auf Sozialhilfe - "oder es ist ihnen schlichtweg die Mühe nicht wert, einen Antrag zu stellen, um dem Vermieter entgegen zu kommen", sagt Lindner.

Jürgen-Michael Schick, Sprecher des Verbands Deutscher Makler (VDM), warnt Eigentümer jedoch davor, "in Hysterie auszubrechen und zu überhasteten Verkäufen von Immobilien zu schreiten". Vielmehr sollten Vermieter zu ihrer eigenen Absicherung von Bewerbern eine Mietschuldenfreiheits-Bescheinigung des Vorvermieters verlangen und auf einer Kaution in Höhe von drei Monatskaltmieten bestehen.

In jüngster Zeit würden immer mehr Vermieter auf eine Kaution verzichten, aus Angst sonst keinen Mieter zu finden. Schick: "Ein solches Verhalten ist schlichtweg blauäugig." Auch auf Ratenzahlungen bei der Kaution sollte sich ein Vermieter nicht einlassen. "Seriöse Mieter haben kein Problem damit, diese Sicherheit sofort in voller Höhe zu hinterlegen."

Artikel erschienen am 20. Okt 2003
Quelle: DIE WELT - http://www.welt.de

zurück

 


Vermieter-Info - IMODA24 GmbH vormals Vpaz GmbH - Der Vermieterschutz