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25.06.2005

HR-Fernsehen-MX: Mietnomaden - Wie Mieter ihre Vermieter ruinieren
 
M€X ist bei einer Wohnungsräumung dabei. Der Hausmeisterservice ist da, und Roland Ruthenkolk findet ein Chaos vor. Monatelang hauste hier eine junge Frau mit Kind, prellte die Miete, zog weiter. Zurück blieb viel Müll.

Es ist immer das selbe: Jetzt muss alles raus. Leute mit Schutzanzügen werden kommen. Die Verursacher des Ganzen sind Mietnomaden - ein Trend, sagt Hausmeister Ruthenkolk.

Kein Miete, doch die Bank will Raten sehen!

Heimgesucht wurde auch Roswitha Wiedekind, die in der kleinen Wohnung inzwischen neue Mieter hat. Der Vorgänger, der sich als Unternehmensberater ausgab, hatte sechs Monate nicht bezahlt und hinterließ einen Schaden von über 3.000 Euro. Dabei schien er wohlerzogener. „Der war immer freundlich und sehr höflich“, sagt Roswitha Wiedekind.
So kann man sich irren.

Das Problem ist, dass inzwischen die Bank jeden Monat auf der Matte steht. „Kreditzinsen und Versicherungen werden bei uns dauernd abgebucht. Unsere Immobilie ist für uns auch eine Alterssicherung“, sagt Roswita Wiedekind. Da schmerzt es doppelt, wenn die Miete ausbleibt.

Plötzlich geht es ordentlich

Babenhausen in Südhessen. Hier wohnt der Mann, der in mindestens zwei weiteren Fällen Vermieter um die Miete geprellt hat. Ein Mann, der mehrfach vorbestraft ist und im Gefängnis saß. Mehrfach leistete er eidesstattliche Versicherungen, weil er pleite war. Jetzt wohnt er zur Sozialmiete. Wir finden alles picobello aufgeräumt.

Marcus D. will jetzt versuchen, beruflich und finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Warum prellt er Mieten? „Ich hatte geschäftlichen Misserfolg, das hat auch mit meinem Partner zu tun, außerdem blieben plötzlich die Kunden weg, und ich begriff nicht, warum“, rechtfertigt sich Marcus D.

30.000 Euro Schaden

Ebenfalls in Babenhausen besuchen wir seine letzte Bleibe. Auch hier schlug Marcus D. zu. Jungunternehmerin Claudia Aumann zeigt uns die Wohnung, die sie inzwischen weitervermietet hat. Eine Landschaft über 400 Quadrameter auf drei Ebenen.
Der Schaden: 30.000 Euro.
Kein funktionstüchtiges Geschäftsmodell, aber eine Luxuswohnung leistete sich Marcus D. Erst nach einem halben Jahr wurde zwangsgeräumt. Statistisch dauert sowas 14 Monate.

14 Monate dauert die Zwangsräumung im Schnitt

Vor der Vermietung hatte Frau Aumann sich eine so genannte Selbstauskunft geben lassen. Die hatte Mieter Marcus D. auch ordentlich ausgefüllt. „In der Selbstauskunft wird auch gefragt, ob er mal einen Offenbarungseid hatte oder Mietschulden, und beides hat er einfach verneint“, sagt Claudia Aumann. Daraufhin hatte sie im November Anzeige wegen Betrugs erstattet. Ohne Erfolg. „Die Staatsanwälte kennen den Mann, aber trotzdem dauert es ewig, und die Staatsanwaltschaft tut nichts“, ärgert sich die Geschädigte.
Die Staatsanwaltschaft hat keine Eile. Der Anzeigensteller hätte sich ja mal melden können. „Es ist unsere Pflicht, so etwas aufzuklären und wir arbeiten zügig daran, genau das zu tun“, sagt Ger Neuber von der Staatsanwaltschaft Darmstadt.

Die Datenbank, die schützen kann?

Das Vertrauen in die Justiz verloren haben längst auch jene Vermieterschützer, die in Leichlingen bei Leverkusen residieren.

Da müssen sich Nomaden schwer in Acht nehmen, denn hier sind abertausende von Mietsündern aller Klassen gespeichert. Diese Privatfirma hortet gemeinsam mit Rechtsanwälten und Steuerberatern einen Datenschatz ohne Beispiel. Und der Datenschutz? „Der Datenschutz hat uns nicht nur auf die Finger geschaut, er wollte uns sogar zuerst dran hindern, eine Mietsünderkartei anzulegen“, sagt Marie Luise Erdell.

Zwei Millionen Kontakte

Bei der ersten aktiven Vermieterschutzdatenbank kann jeder Vermieter gegen einen Jahresbeitrag von 35 bis 200 Euro Kunde werden. Man gibt den Namen des Mietkandidaten ein und erfährt binnen Sekunden, ob gegen den Mann was vorliegt.

Treffer in einem Musterfall: ein Urteil wegen eines vertragswidrigen Verhaltens und ein Räumungsurteil. Sogar mit den Schuldnerlisten aller deutschen Amtsgerichte ist die Firma über einen Server in Frankfurt vernetzt.

Das sind über zwei Millionen Kontakte. Denunzieren wolle man niemanden, aber: „Das Mieterproblem nimmt für uns Vermieter derart Überhand, dass dann sogar der Datenschutz der Meinung war, wir müssten da erzieherisch wirken“, sagt Marie Luise Erdell.

Die M€X-Tipps

Vermieter dürfen auch selbst Mietsünder hineinstellen, aber nur, wenn sie ein Urteil gegen ihren Mieter erwirkt haben. Belohnung: 8,70 Euro. M€X-Tipps: vor der Vermietung eine Verdienstbescheinigung zeigen lassen, den Arbeitgeber befragen, auch den Vorvermieter und eine Auskunftei beauftragen.

Mietnomade D. übrigens zeigt Reue: „Ich bin durchaus bereit, meine Schulden zurückzuzahlen, wenn ich endlich geschäftlichen Erfolg habe.“ Das könnte er sogar schaffen, wenn zum Beispiel seine Memoiren einen Verlag fänden.

Seine kriminelle Karriere und seine Gefängniserlebnisse auf 360 Seiten - das, so hofft er, wird vielleicht ein Beststeller.

Quelle: HR Fernsehen - MX - - Harald Henn, FS Wirtschaft

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